„Hier bin ich!“ …

… sagt mir das Untergestell, wenn ich in seine Nähe komme. Fast bekomme ich eine Gänsehaut bei diesem Satz. In diesem Metall und in den Lackschichten stecken unsere kreative Arbeit unsere Ideen, der Spaß unserer Freunde und noch so viel unsichtbare Träume. Diese Kraft ist zu spüren und sie strahlt weiter. Wie eine synergetische Beziehung zwischen der scheinbar toten Materie, einem alten Fahrwerk und mir, einem lebendigen Organismus.

 

DDR-Fortschritt wie neu

D

er Männertag, was ist das gleich nochmal? Scharen von Männern ziehen betrunken auf ihren Fahrrädern umher und feiern ihr Mannsein? Das geht doch auch anders, dachten wir und luden Männer und Frauen gleichermaßen zur Abschleif-Kollektiv-Performance ein. So kamen viele tolle Menschen zu uns in den Garten gepilgert.

Rost frei! …und Spaß dabei.

Da alle Anwesenden von Metall und dem Korrosionsprodukt, das aus Eisen durch Oxidation mit Sauerstoff entsteht, eine andere Ahnung hatten, wurde heiß darüber diskutiert, welche die günstigste Herangehensweise sei.

Sollten wir oberflächlichen Rost dran lassen, da Rost eine Schutzschicht sein könnte? Oder doch lieber alles gründlich abschleifen? Schleifen wir mit Drahtbürsten und Sandpapier oder doch ohrenbetäubend, mit der Kraft der Maschinen? Benutzen wir die Magie von Rostumwandler oder ist diesem schwarzen Zauber nicht zu trauen und wir grundieren und lackieren doch lieber fachmännisch?

Dem Männertag würden komplizierte Fachsimpeleien und das Brüllen der Maschinen sicher einen angemessenen Schliff geben. Doch wir ließen es entspannt angehen und wollten unsere eigene Kraft einsetzen. Wir schliffen erst den Rost mit Drahtbürsten ab – alles, egal ob Flugrost, Lochrost, wenig Rost, viel Rost, Rostrost. Dann gingen wir noch einmal mit Sandpapier über raue Flächen und Kanten.

Das Alter des Materials und seine Stärke wurde für uns dadurch spürbar. Dies war der erste Schritt der Verwandlung des 40 Jahre alten DDR-Fortschritt-Anhängers in unser neues Zuhause.

Vielen Dank an die fleißigen Helfer und Ratgeber!

 

Es kommt ins Rollen

Wie bekommt man ein 8 Meter Stahl-Monstrum von einem 20 km weit entfernten Berg in einen kleinen Garten mitten in der Stadt?

Das Grobe erledigt Micha für uns und auf einmal steht das Teil wirklich mitten auf der Straße vor der Garteneinfahrt, rostig und viel zu groß, um an dem Umzugslaster des Nachbarhauses vorbeizukommen. Michas Lebensweisheit „Es kommt eben immer anders als man denkt“ trifft mal wieder voll ins Schwarze.

Micha fährt noch mal ne Runde um den Block, die Umzugslaster lösen sich in Luft auf und wie durch ein Wunder finden sich die ersten helfenden Hände ein, die unsere Wohnbasis in den Garten manövrieren.

Dank an Euch – Micha, Flo, Fannery, Erik, Björn und Matthias!

 

Bei den Profis

Drei Monate lang sind wir nun schon auf Recherche, sprechen mit Aussteigerprofis und Alltagsforschern. Sie berichten aus ihrer Erfahrung. Wie schafft man es im Winter nicht zu erfrieren? Welche Wurzeln sind essbar? …und was kann man alles aus Kacke machen?

Heute besuchen wir Marko und Uwe, die in ihrer Werkstatt Feldenkraisliegen bauen. Sie zeigen uns wie aus unseren losen Gedanken echte Wohnqualität werden kann.

Unser Dank gebührt den Storchenliegen